Die Sixtinische Kapelle ist ein Wunderwerk der Renaissance und einer der bedeutendsten Schätze des Vatikan, von Rom und der ganzen Welt. Sie ist sowohl für die Dekoration als auch der Tatsache wegen berühmt, dass hier die neuen Päpste gewählt werden. 1508 beauftragte Papst Julius II Michelangelo mit der Ausschmückung der Sixtinischen Kapelle, wobei er als Ergebnis ein monumentales Werk erhielt, das alle bisher bekannten Formen und Schemen der Renaissancekunst revolutionierte. Unter den vielen Meisterwerken von Michelangelo ist das Jüngste Gericht. Es stellt die Vorstellung von einem Weltgeschehen abschließenden göttlichen Gericht dar. 

Sie werden dieses gigantische Deckengemäld zweifellos lieben! Neben diesem sind auch andere Fresken zu schätzen: „Die Erschaffung Adams“ ist ein weltberühmtes und oft reproduziertes Werk, das zeigt, wie Gottvater mit ausgestrecktem Finger Adam zum Leben erweckt. Entdecken Sie mit uns mehr über die Geschichte der Sixtinischen Kapelle und einige ihrer Attraktionen, die Sie sich hier auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Wir werden Ihnen auch einige Tipps und Informationen für den Besuch geben.

Geschichte

Die Sixtinische Kapelle ist eine Kapelle im päpstlichen Palast im Vatikan, der offiziellen Residenz des Papstes. Der Name dieses Wunderwerks der Renaissance war ursprünglich Große Kapelle und sie fungierte als Kapelle der Vatikanischen Festung. Als diese Kapelle abgerissen wurde, blieb eine Ruine mit schiefen Wänden zurück. Der Grund, warum sie heute diesen Name trägt, ist, dass sie von 1473 bis 1481 unter Papst Sixtus IV restauriert wurde. Von da an wurde diese Kapelle für die Feier päpstlicher Akte und Zeremonien genutzt. Als der Bau vollendet war, wurde während des Pontifikats von Sixtus IV eine Gruppe berühmter und hochtalentierter Renaissancekünstler dazu berufen, die Innenbereiche mit biblischen Szenen zu dekorieren. 

Zu diesen Künstlern gehörten Sandro Botticelli, Pietro Perugino, Pinturicchio, Domenico Ghirlandaio, Cosimo Rosselli und Luca Signorelli. Als 1482 die Gemälde fertiggestellt wurden, feierte Papst Sixtus IV. dort die erste Messe und weihte die Kapelle der Jungfrau Maria. Unter den Künstlern, die eine wichtige Rolle bei der Restaurierung der Kapelle gespielt haben, ist zweifellos Michelangelo Buonarroti. Er dekorierte auf Geheiß von Papst Julius II hin das Gewölbe der Sixtinischen Kapelle und innerhalb von vier Jahren, von 1508 bis 1512, vollendete dieser brillante Künstler auch alle Fresken der Decke.  

Im Jahr 1533 erhielt Michelangelo von Papst Clemens VII. den Auftrag, an der Wand hinter dem Altar der Sixtina eine Darstellung des Jüngsten Gerichts zu malen, die 1541 fertiggestellt war. Das 180 Quadratmeter grosse Werk zeigt in seinem Zentrum Christus als Weltenrichter, der die Gerechten in den Himmel erhebt und die Sünder in die Hölle verdammt. Heute findet in der Sixtinische Kapelle die berühmte päpstliche Konklave statt. Die päpstliche Konklave ist, wenn die Kardinäle sich zusammenschließen, um einen neuen Papst zu wählen: Kardinäle schreiben den Namen ihres erwünschten Nachfolgers auf Papier und dann werden die Stimmen gezählt.

Bau

Die Pläne für die Sixtinische Kapelle stammen von Baccio Pontelli. Das Grundriss der Kapelle ist rechteckig und der Bau ist 40,9 Meter lang, 13,4 Meter breit und 20,7 Meter hoch. Das beeindruckendste ist, dass ihre Länge in etwa der doppelten Höhe und der dreifachen Breite entspricht.  Die Decke ist ein flaches Stichkappengewölbe. Während des Pontifikats von Sixtus IV wurden in der Kapelle zwei Serien von Paneelen mit Fresken geschaffen. Links vom Altar wurde das Leben des Moses dargestellt und auf der rechten Seite Szenen aus dem Leben Jesu Christi. Diese Paneelen wurden durch Porträts der Päpste ergänzt, die die Kirche bis zu dem Zeitpunkt regiert hatten.

Der Innenraum

Mit seinen einzigartigen Fresken zählt der Innenraum dieses mittelalterlichen Baus zu den Weltkulturgütern. Insbesonderes befindet sich in der Sixtinischen Kapelle eine überwältigende Anzahl an Deckengemälden. Michelangelo bemalte über 5.000 Quadratmeter auf einer Fläche, die etwa 40 Meter lang und 13 Meter breit und 21 Meter hoch ist! Die Fresken zeigen über 300 biblische Szenen und stellen eine der berühmtesten der neun Erzählungen aus der Schöpfungsgeschichte dar. 

Die Fertigstellung des Kunstwerks aus der Hochrenaissance dauerte über vier Jahre. Heute stellt der Innenraum der Kapelle eine der Hauptattraktionen der Welt dar. Sie werden hier eine einzigartige Atmosphäre erleben!

Außen

Die Sixtinische Kapelle befindet sich im Apostolischen Palast, der offizielle Residenz des Papstes in der Vatikanstadt. Die Teile des Palastes sind in die Vatikanischen Museen integriert, die zahlreichen päpstlichen Kunstsammlungen beherbergen. Die Sammlung ist eine der wichtigsten und größten der Welt: Sie haben hier die Möglichkeit, frühchristliche und mittelalterliche Kunst, sowie Kunst von der Renaissance und zeitgenössische Kunst zu bewundern. Neben den zahlreichen Museen und Kapellen sind auch die Vatikanische Höfe zu besuchen. 

Es gibt heute drei Höfe, wo Sie sich in der Natur entspannen können. Vom Gartenhof erreichen Sie eine runde Vorhalle, das Gabinetto dell’Apoxyomenos, in welchem sich die Statue des Schabers, eine römische Kopie nach einem Original des Lysippos, befindet. 

Fresken

Im Jahr 1508 entschied Papst Julius II., dass die Decke neu gestaltet werden sollte, denn sie war zu diesem Zeitpunkt einfach blau mit goldenen Sternen bemalt. Sein Auftrag ging an Michelangelo. Sein Deckenfresko bestand aus mehr als dreihundert Figuren und bekam den Namen „Die Schöpfung“. Michelangelos Fresken wurden am 1. November 1512 enthüllt und zeigen auf insgesamt 520 m² Szenen aus der Genesis Charakteren. Besonders der Ausschnitt „Die Erschaffung Adams“ ist ein weltberühmtes und oft reproduziertes Werk, das zeigt, wie Gottvater mit ausgestrecktem Finger Adam zum Leben erweckt. 

Neben dem Deckenfresko zeichnet Michelangelo auch für das Gemälde über dem Altar mit dem Titel „Das Jüngste Gericht“ verantwortlich.  Die Fresken, die Sie heute in der Kapelle bewundern können, führen Sie in die Welt der Inhalte der Offenbarung ein. Bei der Beendigung der Restaurierung des Jüngsten Gerichts am 8. April 1994 wollte Papst Johannes Paul II. die Heiligkeit des Orts hervorheben, an dem die Gemälde dazu dienen, die Wahrheiten der Heiligen Schrift verständlicher zu machen. 

Die Wände

Die Wände, die Sie in der Kapelle bewundern können, sind horizontal dreigeteilt: sie lassen sich nämlich in Eigangswand, Nordwand und Südwand unterscheiden. Sie weisen gemalte Vorhänge sowie darüber in einem Band von zwölf Bildern Szenen aus dem Leben Christi und Moses’ auf.  Sie wurden von Meistern der florentinischen Frührenaissance wie Botticelli, Rosselli, Peruginio, Ghirlandaio und Signorelli geschaffen und sind echt beeindruckend! An der Eigangswand sind die beiden abschließenden Episoden der Zyklen mit Moses und Christus dargestellt: die Auferstehung Christi und der Streit um den Leichnam von Moses. Die beiden Fresken waren ursprünglich Werke von Ghirlandaio und von Signorelli aber nach dem Einsturz des Türbalkens wurden sie durch die Werke mit demselben Thema von Hendrik van den Broeck und Matteo da Lecce ersetzt. 

Neben den Geschichten aus dem Leben von Moses und aus dem Leben Christi, sind im oberen Teil auch Päpste und in den Lünetten die Vorfahren Christi dargestellt. Auf der Nordwand ist die Darstellung der Geschichten aus dem Leben Christi zu bewundern. Unter den vielen gemalten Figuren sind verschiedene Päpste, die ganzfigurig oder zu drei Vierteln dargestellt sind; die meiste halten ein Buch in der Hand oder sind dabei, den Segen zu erteilen. Auf der Südwand sind die Geschichten aus dem Leben von Moses zu finden. Insbesonders nimmt der Zyklus des Alten Testaments seinen Ausgang bei der Wanderung Moses’ nach Ägypten. 

Sein Abschied von seinem Schwiegervater Jitro, die Rückkehr nach Ägypten mit der Familie und die Beschneidung des Zweitgeborenen sind in einem einzigen Bild dargestellt. Das zweite Fresko erzählt andere Begebenheiten aus dem Leben von Moses, und das dritte Wandbild zeigt den Durchzug durch das Rote Meer. Im letzten Fresko sind das Testament und der Tod von Moses dargestellt, nachdem er das Gelobte Land gesehen hatte. Jedem Feld der Geschichten entspricht in der unteren Reihe ein Vorhang in Scheinmalerei mit dem Wappen Sixtus’ IV. Die Päpste sind hier paarweise in den Nischen zu beiden Seiten der Fenster angeordnet.

Das Jüngste Gericht

Das Jüngste Gericht stellt die Vorstellung von einem Weltgeschehen abschließenden göttlichen Gericht dar. Es ist als Gericht aller Lebenden und Toten eng mit der Idee der Auferstehung verknüpft. Das wohl berühmteste Bild des Jüngsten Gerichts stammt befindet sich an der Westwand der Sixtinischen Kapelle im Vatikan. Es stellt eine der bedeutendsten Hinterlassenschaften von Michelangelo dar. Von 1536 bis 1541 war Michelangelo mit der Anfertigung dieses gigantischen Deckengemäldes (13,7 x 12 Meter) in der Sixtinischen Kapelle beschäftigt.  

Das Stirnwandfresko konzentriert sich ganz auf die dominierende Figur Christi, der in dem Augenblick unmittelbar vor dem endgültigen und ewigen Gericht über die gesamte Menschheit festgehalten ist. Seine bedeutungsvolle und würdevolle Geste scheint die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen: Von ihm geht gleichsam eine weite und langsame kreisende Bewegung aus, in die alle Figuren miteinbezogen werden. Neben Christus ist die Jungfrau Maria abgebildet, die zusammen mit den Heiligen und den Auserwählten, das Urteil gespannt erwartet. Enige der Heiligen, die um die Figuren der Mutter und ihres Sohns gruppiert sind, sind leicht zu erkennen: der hl. Petrus mit seinen beiden Schlüsseln, der hl. Lorenz mit dem Gitter, der hl. Bartholomäus mit der eigenen Haut, die hl. 

Katherina von Alexandria mit dem gezahnten Rad und der kniende hl. Sebastian mit den Pfeilen in seinen Händen. Im unteren Teil dieser großartigen Komposition erwecken in der Mitte Engel der Apokalypse mit dem Klang langer Trompeten die Toten auf; links sammeln die Auferstandenen, die zum Himmel aufsteigen, ihre Körper auf, während rechts Engel und Dämonen einen Wettstreit darüber ausfechten, wer die Verdammten in die Hölle werfen darf. In der rechten unteren Ecke tritt der Bezug zur Hölle in der Göttlichen Komödie Dante Alighieris ganz deutlich hervor: es gibt Charon, der zusammen mit Dämonen die Verdammten mit Ruderschlägen aus seinem Boot vertreibt. Die Körper der Verdammten fallen vor Minos, der mit einer Schlange umwunden ist. 

Insgesamt werden in diesem Meisterwerk über 300 detailgetreuen Figuren dargestellt. Das Jüngste Gericht rief bei den Zeitgenossen nicht nur Zustimmung, sondern auch heftige Reaktionen hervor. Wegen der nackten Subjekte war das Gemälde zu seiner Zeit tatsächlich umstritten. Die über Jahre hinweg andauernden Polemiken führten schließlich im Jahr 1564, als Michelangelo starb,  zu der Entscheidung seitens des Konzils von Trient, einige der Figuren des Jüngsten Gerichts, die man für obszön hielt, zu bedecken. Es wurde Daniele da Volterra beauftragt, im Jüngsten Gericht die Darstellungen männlicher Nacktheit mit mit abdeckenden Stoffstücken zu übermalen. Wegen diesem Auftrag, ging Daniele da Volterra  als „braghettone" (Höschenmaler) in die Geschichte ein. Danieles  „Höschen” waren die allerersten aber weitere sollten in den folgenden Jahrhunderten  hinzukommen.

Wie man sie erreicht

Die Kapelle liegt ganz am Ende der Vatikanischen Museen. Dieser Ort wird immer als letztes besichtigt, da er nicht weit entfernt vom Ausgang der Museen liegt. Um in die Kapelle zu kommen, müssen Sie einfach nur der Beschilderung in den Museen folgen. Der Weg zur Kapelle ist auf fast allen Schildern gekennzeichnet. Wer nicht durch die ganzen Museen laufen möchte, kann auch einfach den „Schnellzugang“ nehmen, der ebenfalls auf den Schildern gekennzeichnet ist.

Informationen für den Besuch

Die Sixtinische Kapelle und die Vatikanischen Museen werden jedes Jahr von ganzen 7 Millionen Touristen besucht. Insbesonders die Kapelle, in der die Päpste gewählt werden, stellt eine der beliebtesten Attraktionen von Rom und dem Vatikan dar. Da die Kapelle Teil der Vatikanischen Museen ist, kann sie nur in Verbindung mit den Vatikanischen Museen besucht werden. Daher gelten die Tickets, die für die Vatikanischen Museen verkauft werden, auch für die Sixtinische Kapelle. Falls Sie die lange Wartezeit umgehen wollen, sollen Sie Ihr Ticket im Voraus buchen. 

Die Sixtinische Kapelle ist jeden Tag außer Sonntag von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Am letzten Sonntag im Monat ist die Sixtinische Kapelle kostenlos zugänglich (9 Uhr bis 14 Uhr). Es gibt zahlreiche Führungen, bei denen man die Sixtinische Kapelle besichtigen kann. Viele dieser Touren werden auch auf Deutsch angeboten, sodass Kinder und Personen mit einem nicht so guten Englisch von den Erklärungen profitieren können. Ganz wichtig: leider sind die Fotos in der Kapelle strengstens verboten!

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In diesem Beitrag haben Sie mehr über die Geschichte und einige der besten Kunstwerken der Sixtinische Kapelle herausgefunden. Für alle, die die Ewige Stadt besuchen, ist die Besichtigung dieser Kapelle ohne Zweifel ein absoluter Muss. Insebesonders falls Sie Kunstliebhaber sind, sind Sie in dem perfekten Ort. Mit ihrer langen Geschichte ist diese Kapelle ein kulturelles, historisches sowie architektonisches Wahrzeichen von Rom und der Vatikanstadt geworden. Wenn Sie die Sixtinische Kapelle und die wunderschöne Stadt von Rom entdecken wollen, wählen Sie Costa Kreuzfahrten und Sie werden es nicht bereuen! Mit Costa ist jeder Ausflug ein neues, verlockendes Abenteuer! Wir erwarten Sie an Bord!