Schon immer waren sie groß, bunt und lärmerfüllt. Im Zeitalter der Wiederentdeckung authentischer Aromen haben sich die interessantesten Fischmärkte der Welt allerdings zu Touristenmagneten entwickelt, die jeden Tag Tausende von Besuchern anziehen. Dabei geht es nicht nur darum, fangfrischen Fisch zu ergattern: Sowohl in Tokio wie in Hamburg bedeutet ein Besuch des Fischmarkts auch, charakteristische Läden zu erkunden, Spezialitäten aus dem vielfältigen gastronomischen Angebot auszuwählen oder einfach nur der Fischauktion) beizuwohnen, umgeben vom Meeresaroma, das von den Marktständen voller Eis und Salz herüberweht. Hier eine Auswahl der Fischmärkte, die es aus einer Reihe von Gründen zu internationaler Bekanntheit gebracht haben.

"Dieser Markt befindet sich an der Blackwattle-Bucht im Inner West-Viertel von Pyrmont, zwei Kilometer westlich vom Businessdistrikt Sydneys. Es handelt sich um den größten Fischmarkt der Südhalbkugel, der nach Tokio die größte Vielfalt anbietet."

Fischgroßmarkt Tsukiji –Tokio (5 Chome-2-1 Tsukiji, Chuo)

1700 Stände, mehr als 500 verschiedene Meeresprodukte (darunter Algen, Kugelfische, Krebse und riesige Miesmuscheln), mehr als 60.000 Händler und Arbeiter: Das sind die beeindruckenden Zahlen vom größten Fischmarkt der Welt im Tsukiji-Viertel im Stadtbezirk Chūō, zehn Minuten Fußweg von der U-Bahnstation entfernt. Die Thunfischauktion, das wichtigste Ereignis des Marktes, findet kurz nach fünf Uhr morgens statt und ist ein einzigartiges Schauspiel, für das sich das frühe Aufstehen lohnt. Dieser Markt hat eine lange Geschichte und befindet sich in einer Gegend, wo viel Land künstlich aufgeschüttet wurde. Zu ihm gehören Stände für den Einzelhandel, pittoreske Läden und winzige Restaurants, in denen man die frischesten Sushi und Sashimi der Welt zu vernünftigen Preisen bekommt.

Sydney Fish Market (SFM) – Sidney (Bank St &Pyrmont Bridge Road)

Dieser Markt befindet sich an der Blackwattle-Bucht im Inner West-Viertel von Pyrmont, zwei Kilometer westlich vom Businessdistrikt Sydneys. Es handelt sich um den größten Fischmarkt der Südhalbkugel, der nach Tokio die größte Vielfalt anbietet (jeden Tag werden hunderte von Fischarten versteigert). Riesige Stände mit frischem Fisch wechseln sich mit Ständen ab, an denen Austern aller Art gekostet werden wollen. Der ausgedehnte gastronomische Bereich bietet eine Vielzahl warmer Gerichte, die im Inneren der Markthalle oder auf dem Landungssteg verzehrt werden können (passen Sie auf die Möwen auf!). Geöffnet von 7 bis 16 Uhr.

Mercado de la Nueva Viga – Mexico City (Canal de Río Churubusco S/N, Delegación Iztapalapa)

Der aus den Überresten des alten Mercado La Viga (von dem heute nur eine Handvoll Lokale und Restaurants geblieben sind) hervorgegangene Fischmarkt ist Teil des Central de Abastos, einem beeindruckend großen Zentrum für den Vertrieb von Nahrungsmitteln im Osten von Mexico City. Er ist nach Tokio der zweitgrößte der Welt, was die Ausdehnung angeht, und Umschlagplatz für 60% der nationalen Fischprodukte, von denen viele aus dem Golf von Mexiko stammen. Auf diesem schon in den frühen Morgenstunden lauten und lebhaften Markt (er öffnet um vier Uhr), werden jeden Tag 500 Tonnen frischer Fisch und 1000 Tonnen tiefgefrorener Fisch angeboten. An den Ständen liegen Haie, Seebarsche und Fische aller Art aus, aber das begehrteste Produkt sind Garnelen, und gleich danach Goldbrassen.

Fischmarkt – Hamburg (Große Elbstraße 9)

Der im Jahr 1703 gegründete Fischmarkt ist eine Institution in Hamburg und auch bei Menschen, die keine Fischliebhaber sind, sehr beliebt. Er liegt am Ufer der Elbe im Hafengebiet und ist nur am Sonntagmorgen geöffnet, von 5.00 bis 9.30 Uhr im Sommer und von 8.00 bis 10.00 Uhr im Winter. Es geht laut und lebhaft zu auf diesem Markt, dessen Herz in der Fischauktionshalle schlägt, einem majestätischen Gebäude, in dem einst die Versteigerungen stattfanden. Hier trinkt man Bier, singt und tanzt bis der Markt schließt, und isst Matjesbrötchen mit Zwiebeln. Ein besonderes Schauspiel inmitten des Schauspiels sind die Marktschreier, die aus vollem Halse die Vorzüge ihrer Fische anpreisen.

Billingsgate Market – London (Trafalgar Way)

Der vor fast 700 Jahren (1327) gegründete Billingsgate Market war bis ins 19. Jahrhundert der größte Fischmarkt der Welt. Sein Name geht auf den Stadtbezirk Billingsgate zurück, in dem er sich einst am Ufer der Themse erhob. 1982 zog er dann auf die Isle of Dogs um, eine Halbinsel im East End von London, ganz in der Nähe des Finanzdistrikts Canary Wharf. Er ist lärmerfüllt und kaum touristisch und bietet eine herzlich britische, sehr charakteristische Atmosphäre (auf die Sprache der Fischhändler ist der Begriff „to talk Billingsgate“ für eine derbe Ausdrucksweise zurückzuführen). Wenn man den Markt mit seinem reichhaltigen Angebot (vor allem Kalmare, Goldbrassen, Seebarsche, Krebse, Riesengarnelen) in Ruhe erkunden will, sollte man allerdings früh aufstehen, denn er ist nur von 4.00 bis 9.30 geöffnet.

Weitere Fischmärkte, die einen Besuch lohnen

In Lissabon sollte man dem Mercado da Ribeira einen Besuch abstatten, ganz in der Nähe des Bahnhofs Cais de Sodré, wo insbesondere Stockfisch feilgeboten wird (Portugal wartet mit 365 Stockfischrezepten auf, einem für jeden Tag des Jahres). In Athen hingegen gibt es den Markt von Ichthyoskales, den wichtigsten von ganz Griechenland, auf dem man von Montag bis Samstag Fisch aller Art kaufen kann. In der finnischen Hauptstadt Helsinki bietet sich ein Abstecher nach Kauppatori an, dem großen Marktplatz, auf dem es unter anderem Stände mit fertigen Fischgerichte gibt (vor allem: Lachs, Oktopus, Krebs, Sardinen). Klein, aber fein ist der Fisketorget in Bergen (Norwegen), der alte Fischmarkt ganz in der Nähe des pittoresken Bryggen-Viertels mit seinen bunten Holzhäusern entlang der Meerespromenade. An den vielfältigen Ständen können Sie lokale Spezialitäten kosten, darunter Walfleisch, oder die imposante Königskrabbe, die an einigen der Stände zubereitet wird und vor Ort gekostet werden kann.

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